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ACstyria Business Lounge Förderungen für F&E in der Luftfahrt

Nachbericht 

Forschung und Entwicklung sind in Technologiebranchen wie der Luftfahrtindustrie von zentraler Bedeutung. Um innovativen Unternehmen F&E und damit die Eröffnung neuer Marktchancen zu ermöglichen, existiert eine Vielzahl von Förderungsmöglichkeiten. Die ACstyria Business Lounge „Förderungen für F&E in der Luftfahrt“ thematisierte am 31. Oktober 2017 am Flughafen Graz Förderungsmöglichkeiten auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. 

 

Steirische Wirtschaftsförderung SFG – Michael KERSCHBAUMER

Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG bietet keine auf die Luftfahrt spezialisierten Programme, füllt jedoch mit ihren Angeboten einige Lücken, die innovative Luftfahrtunternehmen sehr gut nutzen können. 

Programm Ideen!Finden: Hier werden Vorhaben in einer frühen Phase (TRL 1-3) gefördert. So können Ideen entwickelt und auf ihre Grundprizipien erprobt werden und vor allem auch spätere Förderungsvorhaben bei FFG oder auf Europäischer Ebene vorbereitet werden. Gefördert werden u.a. auch Arbeiten zur Antragserstellung bei Europäischen Programmen wie z.B. Clean Sky 2. 

Programm Ideen!Zünden: Hier sollen reife Ideen zur Umsetzung gebracht werden (TRL 7-8), gefördert werden z.B. die Entwicklung von Prototypen oder Marktüberleitungsprojekte. 

Programme Wachstums!Schritt und Groß!Tat: Diese beiden Programme fördern innovationsbezogene Investitionen in KMU und Großunternehmen. 

H2020 KMU Instrument: Mit diesem EU-weiten Instrument sollen KMU dabei unterstützt werden, Ideen zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Die Förderung ist themenoffen („bottom-up“) und bietet attraktive Fördersätze sowie unterstützende Betreuung bis zur Marktreife.

Für alle Förderungsprogramme steht die SFG als beratendes Gremium zur Seite. 

TAKE OFF-Ausschreibung 2017, FFG – Daniel JOKOVIC

TAKE OFF ist das spezialisierte Luftfahrt-Förderprogramm der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Auch 2017 ist das Programm wieder mit den Instrumenten „Sondierung“ und kooperatives F&E-Projekt“ (umfasst die Teilbereiche „Industrielle Forschung“ und „Experimentelle Entwicklung“) ausgeschrieben. Einreichfrist ist der 28.02.2018, 12:00 Uhr. Neu ist in diesem Jahr, dass die eingereichten Projekte sehr genau auf die ausgeschriebenen Schwerpunkte abgestimmt sein müssen. Ein Projekt, das sich für ein nicht geeignetes Instrument oder einen nicht passenden Schwerpunkt bewirbt, wird in der aktuellen Ausschreibung als negativ bewertet. Eine genaue Abschätzung der Einreichung ist also notwendig!

Empfohlen wird darüber hinaus die genaue Durchsicht des Ausschreibungsleitfadens. Gerne steht auch die FFG als Ansprechpartner für Gespräche vor der Einreichung zur Verfügung. Zu beachten sind auch die weiteren FFG-Programme wie Produktion der Zukunft. 

Clean Sky 2 – Ron van MANEN

Das Clean Sky JU ist eine Public Private Partnership auf EU-Ebene. Aus diesem Europäischen Förderungsprogramm stehen neben Mitteln aus H2020 also auch Mittel von Core Partnern wie Airbus, Airbus Helicopters oder Leonardo zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit diesen Kernpartnern ist naturgemäß eng, die Themengebiete und Calls werden auch durch das Kernteam gemeinsam definiert und ausgeschrieben. 

Das Programm versucht in seiner zweiten Runde (Clean Sky 2, läuft bis Ende 2019) verstärkt auf KMU einzugehen. 

Förderinhalt sind zentrale Entwicklungsthemen aus dem ACARE Flightpath 2050 bzw. der daraus abgeleiteten Strategic Research and Innovation Agenda SRIA. Inhaltlich sind dies die drei Themen Energy Efficiency & Environment (z.B. Antriebstechnik, Aerodynamik), Enabling Safe & Seamless Mobility (Sicherheitsthemen) sowie Building Industrial Leadership in Europe (z.B. Fertigungstechnologien). 

Erste Ansprechpartner für Clean Sky 2 sind in Österreich die SFG bzw. der National Contact Point der FFG, Hans Rohowetz. 

Podiumsdiskussion

An der abschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben den o.g. Referenten auch Michael NÖST, IESTA, wissenschaftlicher Partner zahlreicher geförderter Projekte, sowie Markus VILLINGER, Villinger GmbH, Geschäftsführer eines jener KMU, die in mehreren Clean Sky 2 Projekten erfolgreich beteiligt waren, teil. 

Diskutiert wurde neben praxisrelevanten Fragen wie der Vermeidung von bürokratischem Aufwand oder der Erhöhung der Erfolgschancen, insbesondere auch die Frage, ob und wie man als österreichisches KMU mit Clean Sky umgehen solle. In diesem Kontext wiesen die Diskussionspartner vor allem darauf hin, dass eine Teilnahme an Clean Sky mit dem richtigen Thema und den richtigen Partnern auf jeden Fall sinnvoll sein kann. Neben den guten Förderquoten und der vergleichsweise hohen Förderwahrscheinlichkeit ermöglichen diese Projekte auch eine direkte Zusammenarbeit mit OEMs und Tier 1-Zulieferbetrieben, sodass oft zahlreiche Elemente der Zulieferkette übersprungen werden können. Zu beachten sei – so z.B. Markus Villinger – dass natürlich ein entsprechender Aufwand dahinterstehe, der aber bei guter Planung überschaubar und gut abzuwickeln sei. Die Unterstützung seitens Clean Sky JU sei ebenfalls sehr gut. 

Hervorgehoben wurde nochmals, dass SFG und FFG als erste Anlaufstellen sowohl für regionale und nationale, als auch für Europäische und internationale Programme zur Verfügung stehen.

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